News "Das Pensionssystem ist finanziert! - Experten für radikale Reform!" | Die Pensionsbeitragszahler Österreichs 


Website - Suche:

z.B. Pension, Vorsorge


Ähnliche Neuigkeiten:

Wie sich die Altersgruppen verändern

29.05.2017 Pensionsfinanzierung

Wie sich die Altersgruppen verändern

Die Pensionsversprechen und das Strafrecht

26.02.2015 Walter Worresch,Pensionsfinanzierung,Politik

Die Pensionsversprechen und das Strafrecht

25.09.2012 Pension, Pensionsfinanzierung, Pensionsreform

Das Pensionssystem ist finanziert! - Experten für radikale Reform!

Zwei Veröffentlichungen am gleichen Tag, die widersprüchlicher nicht sein könnten.

Alles in Ordnung, mit dem Pensionssystem, oder doch radikaler Reformbedarf erforderlich?

Erich Foglar (ÖGB) und Herbert Tumpel (AK) sind der Meinung, dass es kein Finanzierungsproblem bei den Pensionen gäbe. Der Bundesbeitrag sei sowieso keine Defizitabdeckung, sondern ein gewolltes Element im Sozialsystem. Die dempgraphische Entwicklung werde durch die bereits getroffenen Maßnahmen weitestgehend ausgeglichen und wirke sich kaum auf den Finanzierungsbedarf aus.

Von Dr. Christoph Leitl (WK-Präsident) kam postwendend die Antwort: "Schönreden bringt uns nicht weiter"

Fast zur gleichen Zeit schlagen die Experten Experten Ulrich Schuh und Bernd Marin eine radikale Reform des Systems vor: Niemand mehr mehr ausgezahlt bekommen, als er vorher eingezahlt hat. Die Konsequenz: Wer bei diesem System gleich viel einzahlt wie bisher und gleich lange arbeitet, bekommt deutlich weniger Pension.

Wer hat denn nun Recht?

Welche Gedankengänge hinter den Aussagen von ÖGB und AK stehen, soll nachfolgendes Beispiel (entnommen aus einem Seminar mit einem Referenten der PVA) zeigen:

Fallbeispiel: Frau, 47 Jahre, Friseurin, Neurodermitis, Depressionen, Burn out.

"Während diese Frau früher eine befristete Invalidtätspension erhalten und somit das Pensionssystem belastet hätte, kommen nun andere Maßnahmen zu tragen:

Sie bekommt ein Rehabilitationsgeld von der GKK und medizinische Rehabilitationsmaßnahmen von der PVA. Wenn diese Reha / Krankenbehandlung dann erfolgreich abgeschlossen ist, bekommt sie eine Umschulung vom AMS auf Ihren, seit längerem bestehenden Berufswunsch EDV-Technikerin (!) und wird wieder erfolgreich ins Berufsleben eingegliedert."

Es fällt fast schwer, dieses Beispiel ernsthaft zu kommentieren!

Abgesehen davon, dass es durchaus sinnvoll ist, Rehabilitationsmaßnahmen zu setzen, ist es unbestritten, dass dadurch ebenfalls Kosten entstehen. Auch diese müssen bezahlt werden - aber eben aus anderen Budgettöpfen.

Und dann gibt es natürlich auch den Arbeitsmarkt, der auf 47-jährige, vom AMS zur IT-Technikerin umgeschulte Ex-Friseurinen höchst ungeduldig wartet!?!

AK und ÖGB vergessen gerne auf die Folgekosten und den Realitätscheck der getroffenen Maßnahmen. Angelehnt an Dr. Leitl: Schönreden und schönrechnen kann man vieles.
Und ebenfalls vergessen wird auf die enormen Kosten im Pflege- und Krankenversicherungsbereich, der ebenfalls auf den Staat zukommt und der ebenfalls von den Beitragszahlern finanziert werden muss.

Verwerflich ist, dass die Bevölkerung durch solche Aussagen in Sicherheit gewogen wird - solange, bis es das böse Erwachen gibt. Die Herren Foglar und Tumpel wird man dann nicht mehr zur Verantwortung ziehen können. Ich hoffe, dass diese dann noch am Leben sind, politische Verantwortung werden sie aber keine mehr tragen.

Die Politik muss endlich beginnen, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken und rasch an realistischen Lösungsszenarien zu arbeiten.
... und die unter 50-Jährigen müssen endlich Wahrheit & Klarheit einfordern.
Das Wunschdenken, es sei "alles in Ordnung", mag zwar beruhigend sein, aber die Realität holt uns spätestens in 20 Jahren ein.