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Pensionssystem kippt nicht?

Demograf Rainer Münz sieht eine Dominanz der älteren Generation. Er plädiert für eine Anpassung des Antrittalters an das Wachstum der Lebenswerwartung.

Die Presse, Online am 24.01.2013

Es gibt zum ersten Mal in der Geschichte in der Bevölkerung ein Übergewicht der Älteren. Mehr als die Hälfte der Menschen in Europa ist über 40. Bei Wahlen spielen die Älteren eine noch größere Rolle, weil sie eher wählen gehen.

Demograf Rainer Münz kann im Gespräch mit Presse-Redakteur Martin Fritzl Pensionsbeitragszahler beruhigen. Kein Grund zur Aufregung. Das Pensionssystem kippt nicht, weil es mindestens so viel auszahlen kann wie es eingenommen hat. Die Pensionsreform 2002/2003 hat Änderungen in die richtige Richtung vorgenommen und „wir müssen entweder länger arbeiten, oder wer früher in Pension geht, muss größere Abschläge in Kauf nehmen.“

Den „Alten“ wird erzählt, dass das System funktioniert. Die Zuschüsse sind ja nur marginal. Aus 19 Mrd. Defizit werden elegant 3,9 Mrd. Diese werden laut Pensionistenverband auf 3 Mrd. gerundet. Fazit für die „Alten“: Alles ist in Ordnung. Alle die das System kritisieren, wollen nur an unsere wohlerworbenen Rechte. 
Den „Jungen“ wird erzählt, dass sich das schon noch ausgeht. Solange, bis sie draufkommen, dass es sich nicht ausgehen wird. Dann ist es für viele zu spät. Dann eskaliert das Ganze und der Generationenvertrag wird aufgekündigt. 
Schuld sind daher werde die Alten, noch die Jungen, sondern ausschließlich die Politik bzw. Vertreter der Interessensverbände.

Auf die Frage, wie es um die demografische Entwicklung steht, antwortet Münz: „Die gäbe bei uns kein Problem, wenn das Pensionsantrittsalter und die Pensionshöhe einen demografischen Korrekturfaktor hätten. Wenn das Antrittsalter jedes Jahr mit dem Ausmaß des Zuwachses an Lebenserwartung erhöht würde, wäre das System auch in einer alternden Gesellschaft gut finanzierbar.“ Die zweifelslose Schwierigkeit dabei ist: Das müssten die Jüngeren gegen eine Mehrheit der Älteren durchsetzen. Daran wird sich, laut Münz, auch nichts ändern, zumindest so lange die Babyboom-Generation am Leben ist. „Wenn das letzte Mitglied der Babyboom-Generation verstorben sein wird, kommen keine so starken Jahrgänge mehr nach.“

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Seit 1985 halte ich Vorträge zum Pensionsthema, damals mit sehr „schaumgebremsten“ Warnungen. Der Glaube an das Pensionssystem war damals ungebrochen. Warnungen wie „das Pensionsniveau würde auf 60% des Letzteinkommens sinken“ wurden als Panikmache abgetan. All die damaligen Warnungen sind heute bereits  eingetreten. Genauso ist es heute. Auch diese Warnungen werden als Panikmache verunglimpft. 
Wenn die Experten der Politik und der Sozialversicherungsträger sagen „wir haben das Problem im Griff“ dann meinen Sie meistens nur die nächsten 5, 10, 15 Jahre. Da haben sie schon Recht - DAS ist auf Kosten der Jungen noch in den Griff zu kriegen. Aber was nützt das all jenen, die heute jünger als 75 sind? Die Politik muss das Problem für die nächsten 70, 80 Jahre lösen! Und dafür gibt es nicht das geringste Anzeichen.