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Lesenswerte Statements von Bernd Rürüp

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Lesenswerte Statements von Bernd Rürüp

Interessante Aussagen zum Österreichischen Pensionssystems von Bernd Rürüp, Berater der Bundesregierung bei Pensionsreformen, im Standard

Der Standard:

...

STANDARD: Sozialminister Rudolf Hundstorfer hält das heimische Pensionssystem für auf Jahre gesichert. Er sagt: "Es fehlt zur Stunde nichts." Teilen Sie den Befund?

Rürup: In der Tat, zur Stunde fehlt nichts. Allerdings ist das eine sehr kurzfristige, um nicht zu sagen: zu kurzfristige Betrachtung. Bei Pensionsfragen muss man in Jahrzehnten und Generationen denken. Und da hat Österreich natürlich ein Problem.

STANDARD: Es wird also bald die nächste Reform geben müssen?

Rürup: Natürlich. Und eine Politik der kleinen Schritte ist auch völlig in Ordnung, wenn alle Schritte in die gleiche Richtung gehen. Aber man darf den Leuten nicht nach jedem Schritt sagen: Das war es jetzt. Das sorgt für Unzufriedenheit. Österreich hat von den entwickelten Staaten mit den höchsten Pensionsaufwand in Relation zur Wirtschaftsleistung. Allerdings: Der Kostenzuwachs von diesem hohen Niveau ist in der Perspektive relativ gering. Herr Hundstorfer kann sich darauf bezogen haben.

...

STANDARD: Optimisten hoffen, dass die steigende Lebenserwartung durch steigende Produktivität kompensiert wird.

Rürup: Die Wachstumsrate der Produktivität in Österreich liegt seit vielen Jahren bei nur 1,7 Prozent. Es gibt kein Argument, dass das, was 30 Jahre nicht passiert ist, in der Zukunft passieren sollte, nur weil die Gesellschaft altert.

...

STANDARD: Viele ältere Menschen haben das Gefühl, dass es für Ältere ohnehin keine Jobs gibt.

Rürup: Das ist eine gerne von Gewerkschaften vertretene Philosophie, die süffig, aber grottenfalsch ist. Das Arbeitsvolumen ist keine fixe Größe, die vorhanden ist und die man auf Jung und Alt verteilen kann. Das Arbeitsvolumen muss jedes Jahr neu erwirtschaftet werden. Die Beschäftigungssituation wird zum einen von der Nachfrage nach Arbeit durch die Unternehmen bestimmt und zum anderen durch das Angebot an Arbeit durch die Erwerbsbevölkerung. Hierzulande gibt es aber eine Reihe von Anreizen, sehr frühzeitig aus dem Arbeitsleben auszusteigen, weil die Pensionsabschläge für ein vorzeitiges Ausscheiden und die Zuschläge für längeres Arbeiten niedrig sind.

zum Artikel

Nachdem Bernd Rürüp ja immer wieder von der Österreichischen Bundesregierung zur Beratung über Pensionsreformen herangezogen wurde, sollte man diesen Aussagen sehr wohl Bedeutung beimessen.
So sollte dann auch die letzte große Pensionsreform "Rürüp-Reform" heißen. Nachdem aber gerade einmal 12% der Vorschläge von Bernd Rürüp in der Pensionsreform umgesetzt wurden, untersagte Rürüp dem Bundeskanzler die Verwendung seines Namens für diese "Reform" ("Reförmchen").
Interessant sind seine Aussagen zu den Standardargumenten der "Es gibt kein Problem" Fraktion: "Produktivitätssteigerung ist die Lösung", "Arbeitslosigkeit im Alter ist das Problem"