News "Überalterung wirft Schatten voraus" | Die Pensionsbeitragszahler Österreichs 


Website - Suche:

z.B. Pension, Vorsorge


Überalterung wirft Schatten voraus

Ähnliche Neuigkeiten:

Wie sich die Altersgruppen verändern

29.05.2017 Pensionsfinanzierung

Wie sich die Altersgruppen verändern

07.07.2010

Überalterung wirft Schatten voraus

Immer schwieriger zu finanzieren: Mehrere Länder heben Altersgrenze für den Pensionsantritt bereits an.

Angesichts der immer schwierigeren Finanzierung des Pensionssystems macht die EU-Kommission auf die Mitgliedsstaaten Druck, rechtzeitig Reformen umzusetzen.

EU-Sozialkommissar Lazlo Andor will am Mittwoch ein Strategiepapier als Diskussionsgrundlage dafür präsentieren. In dem "Grünbuch" dürfte Brüssel eine weitere Anhebung des Pensionsalters auf 70 Jahre in den nächsten 50 Jahren empfehlen.

Schuldenkrise verschärft Situation

Darüber hinaus gehe es in dem Papier auch um Strategien, mit denen die EU nationale Anstrengungen für angemessene, nachhaltige und sichere Pensionen angesichts der Herausforderungen durch die demografische Entwicklung mit einer älter werdenden Bevölkerung einerseits und den Auswirkungen der Wirtschaftskrise andererseits unterstützen will, hieß es am Dienstag.

Die derzeitige Situation sei "unhaltbar", wurden die Autoren des Papiers - neben Andor auch Binnenmarktkommissar Michel Barnier und Wirtschaftskommissar Olli Rehn - zitiert. Als Grund dafür führen sie die niedrige Geburtenrate sowie das durchschnittliche Lebensalter, das bis 2060 um sieben Jahre steigen dürfte, an. Wenn die Menschen nicht länger arbeiteten, sei das Pensionssystem nicht mehr finanzierbar, so das Fazit.

Rechnung geht nicht mehr auf

Nach Angaben Brüssels kommen derzeit im EU-Schnitt vier arbeitende Menschen auf zwei Pensionisten. Bleibt dieses Verhältnis gleich, müsste das Antrittsalter bis 2040 im Schnitt auf 67 Jahre und danach bis 2060 weiter auf 70 Jahre angehoben werden.

Die EU-Kommission betonte, es gebe keine maßgeschneiderte Lösung für alle Mitgliedsstaaten. Das "Grünbuch" soll als Grundlage für Diskussionen mit den Regierungen, Arbeitgebern und Gewerkschaften dienen.

Antrittsalter steigt

Faktisch ist eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters in mehreren EU-Staaten bereits beschlossene Sache: Frankreich will es bis 2018 schrittweise von 60 auf 62 Jahre erhöhen, in Italien sollen Frauen im öffentlichen Dienst anstatt mit 62 künftig mit 65 Jahren in Pension gehen.

In Deutschland ist eine Anhebung von 65 auf 67 Jahre bis 2029 beschlossen, Großbritannien will seine Arbeitnehmer ab 2046 erst mit 68 in den Ruhestand entlassen, Spanien plant eine Anhebung auf das 67. Lebensjahr.

In Österreich liegt das gesetzliche Pensionsalter bei Frauen bei 60 und bei Männern bei 65 Jahren.

Pensionsalter: Theorie und Praxis

Allerdings liegt das tatsächliche Pensionsantrittsalter in allen 27 EU-Mitgliedsländern deutlich unter dem gesetzlichen - im EU-Schnitt bei 61,7 Jahren. Am spätesten gehen die Iren mit 64,1 Jahren in Pension, am frühesten die Rumänen mit 55,5 Jahren. Parallel dazu ist aber auch die Lebenserwartung in den Mitgliedsländern unterschiedlich hoch.

Laut Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lag der Schnitt ihrer 30 Mitgliedsstaaten beim tatsächlichen Pensionsalter (Zahlen von 2007) bei 63,5 (Männer) bzw. 62,3 Jahren (Frauen). In Österreich gingen Männer durchschnittlich mit 58,9 und Frauen mit 57,9 Jahren in Pension. Internationaler Spitzenreiter in der Statistik war Mexiko mit 73 bzw. 75 Jahren.

ORF Online

Zum Artikel