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Marin: Pensionsrefom dringend nötig

In Österreich ist dringend eine Pensionsreform notwendig. Das derzeitige sei ungerecht und langfristig nicht finanzierbar, sagt Bernd Marin.

In Österreich ist dringend eine Pensionsreform notwendig. Das derzeitige sei ungerecht und langfristig nicht finanzierbar, sagt Bernd Marin vom Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik. Die Grundtendenz: Arbeiten bis 65, wer kürzer arbeitet bekommt deutlich weniger Pension, wer länger bleibt, bekommt mehr.

Die Grundtendenz: Arbeiten bis 65, wer kürzer arbeitet bekommt deutlich weniger Pension, wer länger bleibt, bekommt mehr.

Bernd Marin und Herbert Paierl zur Pensionsreform, Andreas Jölli

Keine Pensionsreform in Österreich

Österreich hat als einer der wenigen EU-Staaten keine Pensionsreform geschafft, nämlich keine Reform wodurch das Pensionsantrittsalter angehoben worden wäre, sagt der Pensions-Experte Bernd Marin: "90 Prozent der Arbeitnehmer in Österreicher gehen vor dem 65. Lebensjahr in Pension und 70 Prozent gehen vor dem gesetzlichen Pensionsalter in Pension."

Österreicher zu früh in Pension

Das durchschnittliche Pensionsalter liege in Österreich sogar unter 60 Jahren. Das bedeute, die Menschen gehen zu früh in Pension und beziehen - wegen der steigenden Lebenserwartung - immer länger eine oder mehrere Pensionen.

Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen

Zudem gebe es große Ungerechtigkeiten, etwa zwischen Männern und Frauen, oder zwischen Menschen, die in der Privat-Wirtschaft gearbeitet haben oder im Öffentlichen Dienst. Das zeige sich daran, wie viel der Staat zu den Pensionen dazu zahlen muss. Marin: "Ein Viertel der Pensionen sind im privaten Bereich nicht gedeckt, jede zweite Pension im öffentlichen Sektor."

Pensionskonto einführen

Deshalb fordert Bernd Marin eine grundlegende System-Umstellung, gemeinsam mit dem Management-Club: die Einführung einer sogenannten Flexi-Pension. Das Grundprinzip: Nach einer Phase der Umstellung sollte Arbeiten bis 65 die Norm sein, sagt Herbert Paierl, früher ÖVP-Politiker, jetzt Präsident des Management-Clubs : "Ab 2012 kann der Hebel umgelegt werden. Alle Berufstätigen würden auf das Pensionskonto umgestellt werden. Bis 2020 würde dann das derzeitige Pensionsalter von unter 60 auf das gesetzliche Alter von 65 herangeführt werden." Wer früher in Pension gehen will, bekommt deutlich weniger, wer länger arbeitet eine höhere Pension.

Länger arbeiten wollen, aber nicht können

Dieses heute vorgestellte Modell ist grundsätzlich nicht neu, lehnt sich am bisherigen System des Pensionskontos und der Korridorpension an. Beides klappt aber bisher nicht wie gewünscht oder beabsichtigt. Angesichts der derzeitigen gespannten Arbeitsmarktlage scheint auch fraglich, ob die Menschen wirklich länger arbeiten könnten wenn sie wollten.

Flexi-Modell: Es geht, wenn man nur will

Trotzdem geben sich Bernd Marin und Herbert Paierl zuversichtlich, dass dieses Flexi-Pensions-Modell umsetzbar sei: "Theoretisch ganz leicht. Ja, wenn sie es wollen.", sagen die beiden Flexi-Pensions-Anhänger.

SPÖ sieht keine dramatische Situation

Der Bundeszuschuss zu den Pensionen ist zuletzt kräftig gestiegen und belastet das angespannte Budget nicht unerheblich. Experten führen das auf die Schlupflöcher im Pensionssystem zurück. Die ÖVP spricht von einer Kostenexplosion. Jetzt müssten Sonderpensionsrechte und Hackler-Regelung rasch abgeschafft werden. Die SPÖ beschwichtigt: die Lage sei zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.

OE1, Mittagsjournal, 11.06.2010

Eingefügt aus <http://oe1.orf.at/artikel/246420>