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Will nicht, dass Junge für dumm verkauft werden

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Will nicht, dass Junge für dumm verkauft werden

DerStandard.at: Pensionsreformer Tomandl über die unfähige Pensionskommission, privilegierte Single-Frauen und das ideale Rentenmodell.

DerStandard.at: Pensionsreformer Tomandl über die unfähige Pensionskommission, privilegierte Single-Frauen und das ideale Rentenmodell

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derStandard.at: Wenn man Ihr Buch liest, kommt man zum Schluss, dass das Pensionssystem nicht gerecht ist, weil die Jungen derzeit draufzahlen. Hätten Sie als Pensionist eine Nulllohnrunde für Pensionisten befürwortet?

Tomandl: Die ältere Generation ist dafür verantwortlich, dass wir weniger Kinder haben und sich dadurch die Pensionsfinanzierung verschlechtert hat. Deshalb erscheint es gerecht, dass nicht nur die Jungen Opfer bringen müssen, sondern auch die Alten einen Teil der Lasten mittragen. Es ist dann eine rein technische Frage, ob man es so macht, dass man die Pensionsanpassung einmal ausfallen lässt oder ob sie über mehrere Jahre weniger stark erfolgt.

derStandard.at: Eine Nulllohnrunde haben die Pensionistenvertreter heuer wieder nicht zugelassen, SPÖ-Seniorenchef Karl Blecha hatte im Vorfeld sogar mit Demonstrationen gedroht.

Tomandl: Es ist ein völliger Systembruch geschehen, als die Regierung angefangen hat, mit den Pensionisten über die Pensionsanpassung zu verhandeln. Denn die Pensionsanpassung ist gesetzlich genau festgelegt. Darauf beruhen die Vorausberechnungen zur langfristigen Pensionssicherung.

Wenn jedes Jahr eingegriffen wird und die Grundlagen verändert werden, hat das Auswirkungen für die gesamte Zukunft. Unbedenklich wären nur Einmalzahlungen, wenn dies die aktuelle Wirtschaftslage erlaubt. Der Systembruch geschieht weiterhin, da wird einfach zusätzlich etwas herausverhandelt. Das ist ein Politikum, denn die Pensionisten sind eine politische Macht.

derStandard.at: Sie schreiben in Ihrem Buch, wenn sich die Politik weiterhin mit kurzfristigem Krisenmanagement begnüge, komme es 2020 zu einer dramatischen Situation, aber das stünde in keinem Vergleich dazu, was uns 2030 erwarte. Wollten Sie mit Ihrem Buch aufregen?

Tomandl: Ich wollte keinen Schock erzeugen, sondern im Gegenteil zeigen, dass wir das System handhaben können, dass dies aber eine politische Entscheidung ist.

Ich habe es im Interesse meiner Kinder und Enkelkinder, also für junge Leute, geschrieben.

Aber zu Lesungen kommen immer nur die Älteren. Die Jungen kommen nicht.

Ich wollte, dass sie sich mit der Pensionsproblematik auseinandersetzen und nicht für dumm verkauft werden.

Noch heute glauben viele Menschen, dass ihr Pensionsbeitrag zur Finanzierung ihrer eigenen Pension dient. Dass damit jeweils nur die laufenden Pensionen finanziert werden, ist noch nicht wirklich durchgedrungen.

Man muss den Leuten unangenehme Wahrheiten sagen. Es ist wichtig, dass die Menschen informiert werden und ihren politischen Einfluss geltend machen, damit etwas geschieht. Solang es so ist, dass der die nächsten Wahlen verliert, der eine Pensionsreform macht, ist es sehr schwer.

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